Die Gefahr der neuen Armut

Vor uns liegt eine Zeit der Altersarmut, welche weite Kreise der Bevölkerung betreffen wird.

Auch - und vielleicht gerade jene Schichten, die nie damit rechnen würden.

www.DiePensionsexperten.at

 

Sackgasse Umlageverfahren

Warum Diskussionen um Pensionsreformen zwar wichtig, aber in der vorherrschenden Form gleichzeitig auch sinnlos sind.

 

Immer wieder tauchen Diskussionen um neue, dringend notwendige Pensionsreformen auf. Allen diesen Diskussionen ist gemein, dass es sich dabei immer um massive Einschnitte in bestehende, oder zukünftig zu erwartende Pensionszahlungen handelt.

Ebenfalls ist in allen diesen Reformen und Diskussionen eines enthalten: Je weiter in der Zukunft die Auswirkungen liegen, desto gravierender die Kürzungen.

Diese Einschnitte werden auch immer sehr kompliziert dargestellt und sind für den Laien in der konkreten Auswirkung nur sehr schwer erkennbar.

 

Worin liegt das Problem?


Wie ja bekannt ist, werden Pensionen durch das sog. Umlageverfahren finanziert.

„Umlagesystem“ bedeutet, dass die Pensionsversicherungsbeiträge, die von der beruflich aktiven Bevölkerungsgruppe bezahlt werden, direkt an die Pensionsbezieher ausbezahlt werden, also „umgelegt“ werden.

Aufgrund dieser Systematik spricht man auch vom „Generationenvertrag“: „Alt“ sorgt in der Kindheit für die „Jungen“. Dafür sorgen dann die „Jungen“ im Alter für die „Alten“.

Ob das Umlagesystem funktioniert, ist einzig und alleine davon abhängig, wie viel zu einem bestimmten Zeitpunkt an Beiträgen einbezahlt wird – und wie hoch zu diesem Zeitpunkt der Kapitalbedarf für die Auszahlung der aktuellen Pensionen ist.

Vereinfacht gesagt, kann man das Funktionieren des Systems auf das Verhältnis von „Beitragszahlern“ zu „Leistungsempfängern“ reduzieren. D.h. wie viele Beitragszahler müssen für die Pension eines Leistungsempfängers aufkommen.

Aufgrund dieser Systematik gehen alle Pensionsreformen, die von „erworbenen Rechten“ ausgehen am Kern der Problematik vorbei. Die letzten – und auch derzeit wieder diskutierten Reformen – beschäftigten sich mit Steigerungssätzen, Beitragszeiten, Durchrechnungszeiträumen etc.

All das sind aber Kriterien, die einen „Erwerb von Rechten“ an einer bestimmten Pensionshöhe vorspiegeln: Wenn du das, oder das geleistet hast, dann erhältst du so viel an Pensionszahlung. Diese Logik hat aber nichts mit der Finanzierungssystematik der Pensionen zu tun.

In zehn, fünfzehn, zwanzig Jahren wird das einzige Kriterium für die Höhe der Pensionszahlung sein: Wie viel an Beiträgen fließt an das System? Wie hoch können daher - aufgrund dieser Beiträge - die aktuellen Pensionszahlungen sein – und wer bekommt davon wie viel?

Jede sinnvolle Pensionsreform müsste daher immer auf das vorherrschende Verhältnis von Zahlungen AN das Pensionssystem zu aktuellen Pensionszahlungen an Pensionisten abzielen.

Vereinfacht gesagt: Wenn das Verhältnis von Beitragszahlern zu Pensionisten X : Y ist, dann kann die Gesamtsumme an Pensionszahlungen € Z sein. Diese Gesamtsumme wird nach folgendem Schlüssel verteilt…

Die Diskussion kann sich daher nur um die Verteilung der möglichen Pensionszahlungen drehen, aber nicht um die Gesamthöhe.

Das ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, entspricht aber exakt der Systematik der Finanzierung des Systems!

Jede andere Form an „Reform“ ist nichts anderes, als eine Verschleierung der vorherrschenden Problematik.

 

Warum sind aber Pensionsreformen dennoch sinnvoll?

Da jede „Reform“ in Wirklichkeit eine massive Kürzung der Pensionsansprüche mit sich bringt, habe ich doch die Hoffnung, dass weite Teile der Bevölkerung dadurch etwas sensibilisiert werden. Noch heute wird der Staat als Versorger der Pensionisten gesehen. Das Vertrauen auf die Leistungsfähigkeit des Staates ist fast noch ungebrochen.

Diese Sensibilisierung wäre dringend notwendig um die Eigenverantwortung für die Vorsorge für einen gesicherten finanziellen Lebensabend drastisch zu erhöhen.

 

Die Lösung für den Einzelnen

Die Lösung für den Einzelnen kann nur in einer – vom Staat vollkommen unabhängigen – Vorsorge liegen. Sich auf den Staat zu verlassen wird unweigerlich zu einer Altersarmut führen, die alle pessimistischen Befürchtungen noch übertreffen wird.

 

Eigenvorsorge bedeutet Konsumverzicht.

Monatliche erforderliche Sparraten von € 250.- sind für einen Durchschnittsverdiener nicht so ohne Weiteres aufzubringen. Aufzuwenden, was am Ende des Monats übrig bleibt, wird zur Katastrophe führen. Der Ausgabenposten „Eigenvorsorge“ muss genau so gesehen werden wie „Miete“, „KFZ-Versicherung“, „Stromrechnung“ etc. Diese Ausgaben müssen in der Hierarchie höher liegen, als der nächste Lokalbesuch, oder der nächste Wochenendtrip.

 

Eigenvorsorge bedeutet, rasch zu handeln.

Die oben genannte Sparrate gilt aber nur bis zu einem heutigen Lebensalter von 30 Jahren. Ein Vierzigjähriger muss für die gleiche Alterssicherung schon fast € 400.- (!) / Monat aufwenden. Kapital ergibt sich aus Geldeinsatz, multipliziert mit dem Zeitfaktor und der Nettoverzinsung. Die stärkste “Waffe“ der Eigenvorsorge ist der Faktor „Zeit“. Die trügerische Sicherheit der Renditeversprechen haben wir gerade in letzter Zeit ja kennengelernt.

Jeder der fünfzig Jahre alt ist und die Problematik der Pensionsfinanzierung erkennt, verflucht die letzten dreißig Jahre, die er ungenutzt verstreichen hat lassen.

 

Eigenvorsorge bedeutet Planung

Einen Strategie für die persönliche Eigenvorsorge sollte in Zusammenarbeit mit Profis erarbeitet werden. Zukünftige größere Ausgaben, als auch Familienplanung, aber auch zu erwartende Erbschaften gehören in diese Strategie einbezogen. ... und diese Planung erfordert Sachkenntnis, Fingerspitzengefühl und Verantwortungsbewusstsein!